WLV nutzt historische Chance zur Strukturänderung
  15.04.2018 •     WLV


Der WLV hat am Samstag (14. April) auf seinem 47. Ordentlichen Verbandstag in Winnenden mit einer Satzungsänderung als erster Landesverband im DLV den Schritt vom allseits üblichen präsidialen System hin zu einem an der Wirtschaft orientierten Aufsichtsratsmodell gewagt.

Der WLV hat am Samstag auf seinem Verbandstag in Winnenden bei Stuttgart mit einer Satzungsänderung als erster Landesverband im DLV den Schritt vom allseits üblichen präsidialen System hin zu einem an der Wirtschaft orientierten Aufsichtsratsmodell gewagt und damit in Richtung professioneller Verbandsführung. DLV-Präsident Jürgen Kessing und der Leitende Direktor Sport im DLV Idriss Gonschinska waren als Gastredner vor Ort.

Der Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbands (WLV) Jürgen Scholz (Sersheim) warb für diese „historische Chance  für eine zeitgemäße Verbandsführung“. Er erhielt (in Abwesenheit) Unterstützung von Dr. Clemens Prokop, dem Ehrenvorsitzenden des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV)."Ich habe jahrelang versucht, dieses Modell auch beim DLV einzuführen, was die Landesverbände aber immer abgelehnt haben", bedauert der langjährige DLV-Präsident gegenüber leichtahletik.de. Nach Prokops Auffassung bedeutet eine Verbandsführung mit einem fünfköpfigen Vorstand und einem neunköpfigen Aufsichtsrat "ein klarer Schritt zur Professionalisierung, der zudem dem Zeitbudget der Ehrenamtlichen gerecht wird", so Prokop.

Große Zustimmung zu Veränderung

Der WLV-Verbandstag verabschiedete praktisch einstimmig (bei fünf Enthaltungen) die Strukturreform. Demnach wird der WLV bis 2022 von einem fünfköpfigen Vorstand gelenkt, dem Jürgen Scholz (Präsident), Dr. Joachim Beckmann (Esslingen, Finanzen), Hans Krieg (Großbettlingen, Wettkampf- und Leistungssport), Dieter Schneider (Mössingen, Bildung und Sport) sowie der noch durch den Aufsichtsrat zu bestätigenden Geschäftsführer Gerhard Müller angehören.

Im Kontrollorgan Aufsichtsrat sitzen vier Vertreter der Kreise, drei Fachexperten für Recht, Finanzen, und Marketing sowie jeweils ein Vertreter der Jugend und der Athleten. „Damit ist der Weg frei für eine moderne Verbandsführung“, fügte Jürgen Scholz hinzu.

Zu Beginn des Verbandstages hatte DLV-Präsident Jürgen Kessing (Bietigheim-Bissingen) auf die große Chance für die Leichtathletik mit den Europameisterschaften vom 7. bis 12. August in Berlin hingewiesen. „In Erinnerung an die WM 1993 in Stuttgart hoffe ich, dass der Charme unserer Sportart auch in diesem Sommer ins Olympiastadion einzieht“. Kessing betonte den Wert der Leichtathletik durch ihre Vielfalt in den Altersbereichen von Kindern bis zur Senioren-Leichtathletik und dem Spektrum vom Freizeitsport bis hin zum Leistungssport.

Der Leitende Direktor Sport im DLV, Idriss Gonschinska, erläuterte den langen Weg zur Höchstleistung und die Voraussetzungen zu späteren Medaillen im Zusammenhang mit der Leistungssportreform des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Kugelstoßer Tobias Dahm und Stabhochspringer Florian Gaul (beide VfL Sindelfingen) schilderten ihren Weg zur EM nach Berlin.

Fred Eberle (Schwäbisch Gmünd), langjähriger Vizepräsident im DLV und WLV, wurde für seine Verdienste in der Leichtathletik von den Delegierten mit Standing Ovations zum Ehrenpräsidenten ernannt. DLV-Präsident Kessing zeichnete Günter Mayer (Bettringen), den langjährigen Jugendwart des WLV, mit dem DLV-Ehrenschild aus. Zur WLV-Frau des Jahres wurde die Kampfrichterwartin Ulrike Achatz (Balingen-Weilstetten) ausgezeichnet. Den Wilhelm-Heyden-Preis für herausragendes Engagement in der Jugendarbeit erhielt Günter Henne (Nagold). Zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Peter Schramm (Eberstadt) und Fritz Sander (Bad Liebenzell).


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