Uwe Koblizek folgt auf Peter Seidel

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Stabwechsel im Ostalbkreis: Uwe Koblizek (links) folgt auf Peter Seidel (Mitte). WLV-Vizepräsident Fred Eberle gratuliert



Beim Kreistag des WLV-Kreises Ostalb am vergangenen Freitag (31. März) wurde nach dreizehnjähriger Tätigkeit Peter Seidel verabschiedet und zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Uwe Koblizek, seither zweiter Vorsitzender, wurde vom Kreistag einstimmig zum Nachfolger gewählt.

"Die Kinder-Leichtathletik muss endlich in die Köpfe rein." So lautete der Tenor beim Ostalb-Kreistag im MTV-Heim. "Es war eine erfüllte Zeit und der Wechsel erfolgt im Bewusstsein, dass ich mein Amt in gute Hände lege". so Peter Seidel im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Vizepräsident des württembergischen Leichtathletik-Verbands (WLV) Fred Eberle sprach von einem besonderen Jahr für die Leichtathletik mit der Europameisterschaft in Amsterdam und den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Immerhin 21 Athleten aus Baden-Württemberg seien in Rio dabei gewesen. Baden und Württemberg seien in Sachen Leichtathletik durch gemeinsame Konzepte fest zusammengewachsen. "Es bereitet mir allerdings Sorgen, dass die Mitgliederzahl stagniert, ja sogar zurückgeht", meinte Eberle. Immer wieder gebe es Diskussionen um die sogenannte B-Meldung. Viele dieser B-Meldungen lägen blank, was dem Leichtathletik-Verband weh tue. Im Ostalbkreis, so Eberle weiter, verzeichne man die gleiche Mitgliederzahl, allerdings sei die Zahl der Leichtathletik treibenden Vereine von 53 auf 46 zurückgegangen.

Fred Eberle: Vereine für die Kinder-Leichtathletik begeistern

Die Leichtathletik brauche Aufklärungsarbeit. Das permanente Verharren in traditionellen Formen habe keine Zukunft und die vielfache Ablehnung der Kinder-Leichtathletik sei der falsche Weg. "Wir müssen die Vereine für die Kinder-Leichtathletik und deren pädagogische Bedeutung begeistern", erklärte Eberle.

DM Erfurt 2017

Angesichts stagnierender Mitgliederzahlen gebe es viel Arbeit, meinte Uwe Koblizek in seinem Grußwort für den Sportkreis. 2005 seien im Ostalbkreis noch 11000 Athletinnen und Athleten gemeldet gewesen, aktuell liege man bei 6500. Die Kooperation mit den Schulen müsse forciert und damit das Fundament für die Leichtathletik gestärt werden, so Koblizek. Beispielhaft werde dies in Essingen praktiziert. Dietmar King vom gastgebenden MTV Aalen dankte in seinem Grußwort "dem Mann der Leichtathletik Peter Seidel", der auch beim MTV Aalen als Abteilungsleiter hervorragende Arbeit geleistet habe.

KiLa-Cup im Leichtathletik-Kreis geplant

Es folgten die Fachberichte der Spartenleiter. "Die Leichtathletik lebt noch", meinte Vorsitzender Peter Seidel. Aber es gehe um Attraktivität und eine bedeutende Facette sei dabei die Kinder-Leichtathletik. Lehrwart Fred Eberle berichtete über den jüngsten "Nikolaus-Lehrgang." Dabei habe auch der Behindertensport im Fokus gestanden. In der Lehre sei Aktualität oberste Maxime, meinte Eberle.

Hans Bendl verlas den Bericht von Kampfrichterwart Gerhard Rieg. Erfreulicherweise habe es im letzten Jahr einen Zuwachs von 25 neuen Kampfrichtern gegeben, allerdings nur deren zwei in Aalen. Weitere Kampfrichter-Lehrgänge sind 2017 geplant. Ziel sei, dass bei jedem Wettkampf ein geprüfter Kampfrichter als Obmann fungiere.

Lehrwartin Jutta Bryxi stellte die Pläne für den Kinderleichtathletik-Cup (KiLa) vor. "Die Wiege der Kinderleichtathletik steht im Ostalbkreis, aber die Zahl der Veranstaltungen ist defizitär", unterstrich Bryxi des offensichtliche Desinteresse der Vereine. Mit dem KiLa-Cup wolle man nun den Weg über die Schulen gehen. Anstatt Vereinsmannschaften nun Schulmannschaften und Vereine könnten Patenschaften übernehmen. Der Leichtathletik-Kreise könne als Schirmherr fungieren. "Auf diese Weise können wir den dringend notwendigen Nachwuchs gewinnen", ergänzte Jugendwart Eric Schmid, der es sehr bedauerte und kritisierte, dass die Meldungen für Kreisvergleichswettkämpfe drastisch nachließen. "Wir spüren keine Resonanz, um schlagkräftige Mannschaften zu bekommen", betonte Schmid. Lediglich die LSG Aalen, Unterkochen und Essingen arbeiteten konstruktiv mit.

Den Teilnehmer-Rückgang bei Wettkämpfen habe man auch im letzten Jahr nicht stoppen können, bilanzierte Wettkampf- und Sportwart Wilfried Fleck. Die sogenannten Top-Athleten seien bei Kreisveranstaltungen nur selten zu sehen. Über eine stabile Kassenlage berichtete Schatzmeister Josef Knecht. Die von Dietmar King beantragte Entlastung wurde einstimmig erteilt.

Peter Seidel zum Ehrenvorsitzenden ernannt

"Wir verabschieden heute einen langjährigen und hochverdienten Mitarbeiter, der im Leichtathletik-Kreis Ostalb Zeichen gesetzt hat", meinte Fred Eberle in seiner Laudatio. Die große Leichtathletik-Familie sei zu hohem und ehrlichen Dank verpflichtet. Die Attribute "sachlich, kompetent und kooperativ" schrieb der WLV-Vizepräsident Pit Seidel ins Stammbuch. Einstimmig wurde Peter Seidel zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Die Neuwahlen erbrachten folgendes Bild:
Uwe Koblizek (1.Vorsitzender), Jutta Bryxi (Lehrwartin), Erich Schmid und Lena Bryxi (Jugendwarte), Gerhard Rieg (Kampfrichter-Obmann), Josef Knecht (Schatzmeister), Steffen Böhm (Seniorenwart), Marc Scheloske (Statistiker). Die Posten Schriftführer und zweiter Vorsitzender blieben vakant.

Bericht: Lothar Schell
 
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