Aktueller Anti-Doping-Newsletter des DLV Nr. 1/2008 vom 2.1.2008

Im aktuellen Anti-Doping-Newsletter finden Sie folgende Themen:
- Meldepflicht für C-, D/C- und ST-Kader entfällt
- Sportschiedsgericht (DIS-SpSchG)
- Änderung des Anti-Doping-Codes des DLV

MELDEPFLICHT FÜR C-, D/C- und ST-KADER ENTFÄLLT

Zu den jüngsten Informationen gibt es bereits wieder Änderungen. Auf Drängen der Verbände und auf Wunsch des DLV, der die Anforderungen an die Athleten im Zusammenhang mit dem Meldesystem erleichtern wollte, hat die NADA kürzlich den Allgemeinen Testpool II eingeführt. Diesem Testpool gehören alle C- und D/C-Kaderathleten des DLV an. Für Mitglieder dieses Testpools entfällt die Meldepflicht mit sofortiger Wirkung. Das heißt, dass sich die C-, D/C- und ST-Kaderathleten des DLV nicht mehr abmelden müssen, wenn Sie Ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort verlassen. Auch der Rahmentrainingsplan muss nicht mehr in das NADA XtraNet eingepflegt werden.

Trainingskontrollen werden dennoch durchgeführt. Alle anderen Pflichten im Zusammenhang mit dem Dopingkontrollsystem bleiben erhalten. Insbesondere sind medizinische Ausnahmegenehmigungen einzuholen, sollte eine verbotene Substanz angewandt werden.

ÜBERTRAGUNG VON STREITIGKEITEN AUF DAS SPORTSCHIEDSGERICHT

Das Präsidium des DLV hat entschieden, dass bestimmte Streitigkeiten ab sofort vor dem Deutschen Sportschiedsgericht in Köln (DIS-SpSchG) verhandelt und entschieden werden.

Alle Kaderathleten haben eine Schiedsvereinbarung unterzeichnet, wonach Streitigkeiten über Doping-Verstöße, die mit einer Sperre sanktioniert werden, vor einem unabhängigen Schiedsgericht verhandelt werden. Darüber hat der DLV allen Kaderathleten zusätzlich eine Schiedsvereinbarung auch für andere Streitigkeiten angeboten.

Allen anderen Athleten (ST-Kaderathleten Senioren etc.), denen ein Dopingverstoß oder eine andere Regelwerkverletzung vorgeworfen wird, wird der DLV im konkreten Einzelfall anbieten, diese Streitigkeit vor dem Sportschiedsgericht zu verhandeln. Möchte der Athlet das nicht, wird die Entscheidung wie bisher durch den Disziplinarausschuss oder durch den Rechtsausschuss des DLV getroffen und kann dann vor einem ordentlichen Gericht angefochten werden.

VERFAHREN VOR DEM SPORTSCHIEDSGERICHT

In Dopingstreitigkeiten wird durch die Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS), wo das Sportschiedsgericht angesiedelt ist, ein Einzelrichter bestimmt (ein Ernennungsausschuss ist hierfür zuständig). Er wird für ein in der Schiedsordnung festgelegtes Honorar tätig. Die Kosten werden dadurch gegenüber dem bisherigen Verfahren vor dem Disziplinarausschuss kaum verändert, eher geringer. Die Parteien können auch vereinbaren, dass drei Schiedsrichter den Fall verhandeln sollen, dies erhöht jedoch die Kosten erheblich.

In anderen Streitigkeiten bestimmen jeweils die Parteien einen Schiedsrichter, das DIS bestimmt darüber hinaus den Vorsitzenden dieses konkreten Gerichts. Die Kosten und Gebühren dieser Verfahren richten sich nach der Gebührentabelle, die Bestandteil der DIS-Sportschiedsgerichtsordnung ist. Sie orientieren sich am Streitwert. Prinzipiell läuft das Verfahren wie vor einem staatlichen Gericht ab. Die Entscheidungen des Sportschiedsgerichts werden anerkannt und sind vollstreckbar.

Die Entscheidungen des Sportschiedsgerichts sind durch den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne überprüfbar.

VORTEILE DES VERFAHRENS VOR DEM SPORTSCHIEDSGERICHT

Das Verfahren vor dem Sportschiedsgericht hat mehrere Vorteile. Es entscheidet ein verbandsunabhängiges Expertengremium. Die Schiedsrichter haben Sachkenntnis und sind daher in der Lage, die Fälle aus der Sportwelt kompetenter und sachgerecht zu lösen. Dies hat die Praxis bereits mehrfach gezeigt. Das Verfahren ist zudem schneller als vor staatlichen Gerichten. Die Kosten sind voraussichtlich geringer. In Dopingstreitigkeiten wird von einem Streitwert von 25.000 Euro ausgegangen. Hier wurde für den Einzelrichter ein Honorar von 780 Euro festgelegt. Hinzu kommen die Gebühren für das Gericht in Höhe von 350 Euro.

ÄNDERUNGEN DES ANTI-DOPING-CODES DES DLV

Der Anti-Doping-Code des DLV wurde durch den Verbandsrat am 1. Dezember 2007 geändert. Änderungen wurden vorgenommen im Hinblick auf die Entscheidung von Streitigkeiten durch das Sportschiedsgericht sowie im Hinblick auf die Möglichkeit des Blutprofilings. Weitere Änderungen des ADC befinden sich bereits im dafür vorgesehen Verfahren. Die nunmehr entfallende Meldepflicht muss auch im ADC geregelt werden.

Quelle: DLV Anti-Doping-Koordinierungsstelle
Deutscher Leichtathletik-Verband, Alsfelder Straße 27, 64289 Darmstadt
Internet: www.leichtathletik.de, E-Mail: info@leichtathletik.de

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