Aktueller Anti-Doping-Newsletter des DLV Nr. 6/2008 vom 1.6.2008

Im aktuellen Anti-Doping-Newsletter finden Sie folgende Themen:
- Medizinische Datenbank NADAMed
- Deutsche Sportärzte planen Meldestelle für Dopingverdachtsfälle

MEDIZINISCHE DATENBANK NADAMED

Im Mai hat die NADA die Medikamentendatenbank NADAmed auf ihrer Homepage veröffentlicht. NADAmed ermöglicht Sportlern, Betreuern und Eltern schnell Auskunft über die Dopingrelevanz von Medikamenten zu erhalten. Die Datenbank, die zurzeit ca. 2.500 Medikamente und Wirkstoffe beinhaltet und ständig erweitert wird, enthält eine Auswahl häufig verschriebener oder angefragter Medikamente. Die Auswahl der Medikamente und Wirkstoffe in NADAmed ist subjektiv und erfasst in erster Linie Präparate, die bei Athleten und Athletinnen häufiger zum Einsatz kommen. Sie ist also nicht abschließend. Medikamente, die dort nicht gelistet sind, sollten daher weiterhin per individueller Medikamentenabfrage bei der NADA überprüft werden.

Bei allen in der Datenbank registrierten Medikamenten und Wirkstoffen handelt es sich um in Deutschland durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zugelassene oder registrierte Präparate. Medikamente aus anderen Ländern sind nicht aufgeführt.

Die Auskunft aus der Datenbank ändert nichts daran, dass es für die Anwendung von Medikamenten oder Wirkstoffen, die auf der aktuellen Verbotsliste stehen, möglicherweise einer Ausnahmegenehmigung (A/TUE) bedarf.

DEUTSCHE SPORTÄRZTE PLANEN MELDESTELLE FÜR DOPINGVERDACHTSFÄLLE

Die deutschen Sportärzte wollen eine Meldestelle für Doping-Verdachtsfälle einrichten. Es soll den sportmedizinisch tätigen Kollegen möglich sein, dort dringende Verdachtsmomente von Doping oder anderem unärztlichen Verhalten zu melden. Hintergrund waren die Vorkommnisse in der Uni-Klinik Freiburg, über deren bisherigen Erkenntnisse sich die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention betroffen zeigte. Aus dem Bericht der Doping-Untersuchungskommission der Universität Freiburg geht hervor, dass mehrere Ärzte der Uniklinik an Dopingmaßnahmen im Rahmen der Betreuung von Radfahrern des Teams T-Mobile aktiv beteiligt waren. Hierfür sollen sie auch von dem Rennstall entlohnt worden sein - ohne Wissen des Klinikums.

In der Stellungnahme der Sportärzte heißt es dazu: «Die DGSP und die Verbandsärzte Deutschland bedauern sehr, dass Kollegen durch ihr unärztliches und unfaires Verhalten die Gesundheit von Sportlern aufs Spiel setzten und verurteilen dies auf das Schärfste.» Die Gesellschaft erklärte zugleich, sie werde bei Verdachtsfällen von Doping in den eigenen Reihen diesen nachgehen und beim Nachweis einer Schuld berufs- und verbandsrechtliche Schritte einleiten.

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