Kinderleicht mit dem Hans aus Freising

„Eigentlich wollte er ja mit 60 aufhören, aber da gäbe es ein so paar Wadlbeiser, die einfach keine Ruhe geben, und einer davon ist Günther Henne, der mich nicht in Ruhe ließ, bis ich endlich zugesagt habe“, so begrüßte Hans Katzenbogner „der Hans aus Freising“, die knapp 180 Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg, die zuletzt der Einladung Günther Hennes zur Fortbildung Kinderleichtathletik in die Sporthalle in Weil der Stadt -Schafhausen gefolgt sind.

Kinderleichtathletik ist Basisausbildung. Sie ist vor allem fähigkeitsorientiert, und dient der Vorbereitung auf das Grundlagentraining. Dabei ist eine moderne Kinderleichtathletik attraktiv und motivierend und orientiert sich an der Lebens- und Entwicklungssituation der Kinder.

Die Lebenssituation der Kinder hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Heutige Kinder bewältigen ihren Schulalltag bis in die Nachmittagstunden, spielen Computer, sind verplant und werden zu verschiedenen Terminen regelmäßig von den Eltern mit dem Auto gefahren. Zeiten, in denen Kinder auf Bäume kletterten oder durch Wälder und Wiesen streiften, sind nahezu vorbei.

Die tägliche Bewegungszeit von Kindern hat sich in den letzten Jahren enorm verringert, was sich in motorischen und physiologischen Defiziten widerspiegelt. An eine moderne zukunftsweißende Kinderleichtathletik besteht somit die Forderung eines fähigkeitsorientierten, abwechslungsreichen und keinesfalls leichtathletikspeziellen Trainings. Kinderleichtathletik muss mehr sein als die Reduzierung auf 50 Meter-Läufe, Ballwürfe und Weitsprünge.

Hans Katzenbogner demonstrierte an zwei Tagen, wie eine attraktive Kinderleichtathletik aussehen kann. Ob Bänke, Matten, Schaumstoffbalken, Tücher, Sprungseile, Tennisbälle, Fahrradreifen, Fallschirm oder der Stufenbarren – Hans Katzenbogner hatte für jedes Gerät eine Vielzahl von Übungen, so dass für jeden etwas dabei war. Mit großem persönlichen Engagement war „Hans aus Freising“ über die beiden Tage Referent und Animateur zugleich.

Hans Katzenbogner ist einer der Protagonisten in der Kinderleichtathletik. Der ehemalige Mehrkämpfer (Zehnkampf, u.a. im Kader von Friedel Schirmer), hat sich gerade in der Nachwuchsleichtathletik in mehr als drei Jahrzehnten national und auch international einen Namen gemacht.

Sein Buch "Kinderleichtathletik" aus dem Jahr 2002 ist bereits in der zweiten Auflage im Philippka-Verlag als DLV-Standardwerk für den Leichtathletik-Nachwuchs erschienen und gilt schlechthin als "Bibel" für Schule und Verein.

Kritisch setzte sich Hans Katzenbogner mit der Begrifflichkeit „Kinderleichtathletik als kinderleichte Athletik“, wie er gerade im Württembergischen Leichtathletik-Verband geprägt wurde, auseinander. Kinderleichtathletik sei nicht kinderleicht, sondern eine der größten Herausforderung. Inhaltlich sind Hans Katzenbogner und das Kinderleichtathletik-Lehrteam um Fred Eberle auf einer Ebene: "Leichtathletik soll Spaß machen und Freude bereiten."

Hans Katzenbogner beendete den Lehrgang im Schlusskreis mit einem Spiel, bei dem er alle Teilnehmer zur Musik bewegte. Auch wenn er inzwischen 62 Jahre alt ist, wird er sein Wissen und Können auch in Zukunft weitergeben: Der Verfasser des Artikels hat ihm die Zusage, im Jahre 2011 eine ähnliche Fortbildung in Nagold-Hochdorf durchzuführen, entlockt. Und mit 66 Jahren - da fängt das Leben an.

Foto
Lasst den Fallschirm fliegen ...

Bericht und Fotos: Paul Huber

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