35. Nikolaus-Lehrgang in Schwäbisch Gmünd

Das Drehwerfen und die Entwicklung der Sprungfähigkeit standen beim 35. Nikolaus-Lehrgang im Mittelpunkt. Die Veranstaltung, erstmals auch Regionalkonferenz des Deutschen Leichtathletikverbands (DLV), war wieder einmal sehr gut besucht. „Schließlich sind wir stets auf der Suche nach neuen Wegen“, sagte ein zufriedener Organisator und WLV Lehrwart Fred Eberle.

So still ist es selten bei Veranstaltungen in der Gmünder Großsporthalle. Eine Stimme erklingt, sie erklärt die Übungen, die gerade vorgeführt werden, auf der Tribüne sitzen Leichtathletik-Übungsleiter und Trainer. Sie lauschen, sie schreiben mit, sie schauen zu. Es hat fast etwas von einer Predigt, so andächtig ist die Stimmung. Die Stimme gehört zu Fred Eberle, dem Gmünder Leichtathletik-Experten.

Wenige Minuten später ist Mittagspause, ein Teilnehmer gibt Eberle die Hand. „Fred, wo bekommst du immer die Leute her?“ Die Antwort: „Ach, die kommen von alleine.“ Man darf behaupten, dass der von Fred Eberle jährlich organisierte Nikolaus-Lehrgang zum Selbstläufer geworden ist. Die Qualität der Vorträge ist kein Geheimnis, weshalb der DLV den Lehrgang erstmals als Regionalkonferenz ankündigte - was wiederum entsprechende Gäste aus nah und fern anzieht.

So auch hochkarätige Referenten, wie Jürgen Schult. Der amtierende Diskus-Weltrekordler (74,08 Meter), heute DLV-Blocktrainer Wurf und Bundestrainer Diskus, war ebenso in Schwäbisch Gmünd wie Dr. Frank Lehmann vom Institut für angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig. Eckhard Hutt (Bundestrainer Nachwuchs Sprung) war da, Peter Salzer (Landestrainer und Leiter des Wurfteams Baden-Württembergs) auch, Jutta Bryxi, Christian Weber (beide vom WLV-Lehrstab) und Fred Eberle sowieso.

Eberle hatte wieder einmal ein Programm zusammengestellt und ein Lehrseminar organisiert, das sich sehen lassen konnte. Und das in sich schlüssig war: Erst gab's eine theoretische Einführung, Dabei wurden über die Perspektiven der Leichtathletik und über den langfristigen Leistungsaufbau referierte, dann einen Praxisteil für Schüler der Vereine im Ostalbkreis "Gut gedreht und weit hinaus - vom Laufen, Hüpfen und Springen zum Werfen", an den eine Praxisdemonstration für Jugendliche angeschlossen wurde ("Den Drehwurf lernen – Methodische Reihe zum Diskuswurf"). Neben dem Drehwerfen ging's zudem später um den Sprungbereich. Eckhard Hutt vermittelte mit einer Trainingsgruppe
der LG Staufen die Sprungfähigkeit als Grundvoraussetzung für die Leichtathletik.

„Die Themen variieren jährlich“, sagte Eberle, „und entsprechend kommen Leute, die sich dafür interessieren.“ Entscheidend sei, „dass wir vom Lehrstab immer nach neuen Wegen suchen. Vor allem, um die Schlüsselelemente in der technischen, koordinativ-konditionellen Ausbildung vorzustellen, denn oft nimmt man sich im Trainingsalltag nicht genügend Zeit oder hat zu wenig Geduld.“ Speziell um die Vermittlungsmethodik und den stufigen Aufbau der Lernschritte war der Lehrgang bemüht. So wurden in einer Diskussionsrunde noch die "Thesen zur Leichtathletik" zusammengefasst.

Schult selbst war vom Konzept begeistert. „Was hier begonnen wird ist der Anfang dessen, was wir auf anderem Niveau zu Ende führen wollen. Doch entscheidend ist: Ohne einen gelungenen Anfang im jungen Alter bekommen wir am Ende keine Sportler, die auf Weltniveau eine Chance haben.“

Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung der Gmünder Tagespost

Fotoimpressionen vom 35. Nikolaus-Lehrgang:

Foto1
Die Theorie verdeutlicht die Zusammenhänge

Foto2
Das Gleichgewicht finden – der Nachwuchs zeigt Spiel- und Übungsformen

Foto3
Die Hilfe durch den Trainer ist in manchen Momenten sehr wichtig

Foto4
WLV-Lehrwart und Vizepräsident Fred Eberle

Foto5


Foto6
Zwei Experten im Gespäch, Jürgen Schult und Fred Eberle diskutieren die Lage

Foto7
Das Sprungteam der LG Staufen mit Bundestrainer Eckhard Hutt

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