Jens Ziganke holt den Crosslauf-Pokal

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Jens Ziganke (Startnummer 131) auf dem Weg zu Sieg beim Crosslauf in Birkenhard

Selbst die schönsten Sportler sind beim Sporttreiben oft nicht schön. Starrer Blick in die Kälte, offener Mund, im Winter gefriert der Speichel regelrecht im Mundwinkel. Der dritte Crosslauf der oberschwäbischen Serie in Birkenhard sorgte für noch mehr leidende Gesichter: Vier Grad Außentemperatur, pfeifender Wind, kombiniert mit einer matschigen, verschneiten, etwa 1200 Meter langen Runde. „Wir haben die härteste der vier Strecken“, sagt Gustav Mayer vom SV Birkenhard.

Die Strecke für die 131 Hauptläufer besteht aus zwei gegenübergestellten „M“, die die Leichtathleten des Hauptlaufes sechs Mal absolvieren müssen. Abschnitte wie in Blitzenreute, Bad Waldsee und Vogt, in denen die Sportler auf flacher Strecke mal entspannen dürfen, gibt es hier nicht. Es geht nur bergauf und wieder bergab. „Das ist definitiv der härteste Lauf der Serie“, adelt der Sieger Jens Ziganke (VfB LC Friedrichshafen) die Strecke.

Er hat alles richtig gemacht, denn eine halbe Stunde nach dem Startschuss kündigte sich auch noch ein leicht eisiger Regen an. Zu dem Zeitpunkt hat der Häfler bereits eine wärmende Jacke übergezogen und freut sich über die Belohnung für seinen Sieg in 26:29,1 Minuten: Drei Siege in Folge und damit den Pokal der Serie.

Dass er den Lauf in diesem Jahr dominierte, unterstrich er mit dem letzten Lauf eindrucksvoll: 13 Sekunden war er schneller als Thorsten Banzhaf (TSV Riedlingen), mit dem er sich fünf Runden lang einen engen Kampf lieferte. Dieser Zweikampf war vor dem Start nicht geplant. Ziganke wollte erst in der Gruppe mitlaufen, sich ein wenig besser vor dem kalten Wind schützen, den Windschatten ausnutzen. „Ich weiß nicht, ob es praktisch etwas bringt, vielleicht ist das nur eine Kopfsache.“

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So lief er dann auch voran, erst im Dreikampf, ab der dritten Runde nur noch gegen Banzhaf. Als Ziganke dann in die letzte Runde einbog, war die Spannung schon dahin: 30 Meter Abstand hatte er zum Zweiten, den er mit jedem Schritt leicht ausbaute. Am Ende war er deutlich vorne, was dem 23-Jährigen natürlich auch den Altersklassensieg einbrachte.

Jens Ziganke wird dank seines Dreifachsieges auf den Start in Vogt verzichten. Denn zeitgleich findet am 12. Februar die baden-württembergische Meisterschaft im Crosslauf statt. „Auf der Langstrecke bin ich 2011 Vierter geworden. So um den Dreh soll es wieder enden“, hat der Häfler nicht die ganz großen Ziele.

Willi Waibel wills wissen

Willi Waibel hat sein großes Ziel bereits verpasst: Der TG-Leichtathlet wollte die Altersklasse 55 gewinnen. „Aber in der letzten Kurve überholt mich Hubert Oberhofer“, grämt sich der Biberacher, während ihm der Sieger in die Jacke hilft. „Das war nicht leicht, dieser tiefe Untergrund ist sehr schwer. Bei den anderen Wettbewerben ist die Strecke härter und kostet nicht so viele Kraft“, zollt er den Streckenplanern Respekt. Entsprechend fertig sieht er nach dem Lauf aus. Er macht es trotzdem: „Aus dem Spaß an der Freude.“ Beim Abschlussrennen in Vogt will er aber nicht nur aus Spaß mitlaufen: Nach einem ersten Platz und zwei Zweiten könnte er mit einem Sieg seine Altersklasse gewinnen.

Das passiert frühestens in drei Wochen, am Birkenharder Ziel zählt nur eins: ein Kuchen. „Der SVB hat immer das beste Kuchenangebot der Serie“.

Bericht: Tobias Kestin

Die Ergebnisse der Crosslaufserie Oberschwaben finden Sie [HIER]
 
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