Ida Mayer im U20 WM-Finale

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Ida Mayer vom TSV Bisingen (hier im Semifinale, Startnummer 1291) läuft ins Finale der U20-WM


Tolle Überraschung bei der U20-WM in Barcelona. Ida Mayer vom TSV Bisingen konnte sich am gestrigen Mittwoch (11. Juli) für das 100 Meter-Finale der Juniorinnen qualifizieren.

Ida Mayer Achte im 100-Meter-Finale

Überzeugender Auftritt im Vorlauf, überzeugender Auftritt im Halbfinale, Gold im Finale: Favoritin Anthonique Strachan von den Bahamas hat sich in 11,20 Sekunden den U20-WM-Titel über 100 Meter geholt. Ida Mayer (TSV Bisingen) gelang ihr Glanzstück im Halbfinale, als sie in Bestzeit von 11,47 Sekunden ins Finale einzog. Dort wurde sie in 11,59 Sekunden Achte.

Den letzten Platz in der Runde der besten Acht wollte Ida Mayer eigentlich nicht: „Siebte wäre schon ganz schön gewesen“, sagte sie. „Aber der Lauf war nicht optimal.“ Die beste deutsche U20-Sprinterin kam auf den ersten Metern nicht ins Rennen, während Anthonique Strachan gleich davon zog und in U20-Weltjahresbestleistung die Ziellinie überquerte. Silber und Bronze gingen an Nimet Karakus (Türkei; 11,36 sec) und Tamiris de Liz (Brasilien; 11,45 sec).

Für die Konkurrenz hatte Ida Mayer keine Augen, sie konzentrierte sich auf sich selbst und hatte eine stärkere zweite Rennhälfte. Die Sprinterinnen vor ihr konnte sie aber nicht mehr einholen. Der positive Eindruck aus dem Halbfinale bleibt: „Das war der Hammer! Das war echt mein bester Lauf.“

Zehnkämpfer Tim Nowak mit Bestleistung in Top 10

Gunnar Nixon (USA) ist neuer U20-Weltmeister im Zehnkampf. Mit neuer Bestleistung und U20-Landesrekord von 8.018 Punkten verwies er Jake Stein auf Rang zwei. Der Australier absolvierte ebenfalls einen starken Wettkampf und verbesserte seinen eigenen australischen U20-Rekord auf 7.951 Punkte. Lukas Schmitz (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen; 7.444 Punkte) und Tim Nowak (LG Hohenlohe; 7.356 Punkte) belegten Rang acht und neun.

Die deutschen Zehnkämpfer machten zwei Tage lang richtig Freude. Beide hatten ihren zuvor besten Zehnkampf Ende Mai in Bernhausen absolvierte. Lukas Schmitz kam auf 7.320 Punkte, Tim Nowak auf 7.288 – für einen Platz unter den Top Ten der Welt hatte das im Vorfeld der U20-WM nicht gereicht. Doch in Barcelona waren die Allrounder zum Saisonhöhepunkt topfit und konnten noch einmal zulegen.

Sieben Einzelbestleistungen für Tim Nowak

Der erst 16 Jahre alte Tim Nowak stürmte zu sage und schreibe sieben Einzel-Bestleistungen und glänzte dabei besonders in den Wurfdisziplinen (Kugel: 14,89 m; Diskus: 42,57 m; Speer: 53,85 m). Nur im Stabhochsprung musste er mit 3,80 Metern einen Dämpfer einstecken und blieb unter seinen Möglichkeiten

Davon, dass eigentlich erst in zwei Jahren bei der U20-WM in Eugene (USA) seine Zeit kommen könnte, wollte er nichts wissen: „Wer weiß, was in zwei Jahren ist!“ Als Neunter brauchte er sich hinter den bis zu zweieinhalb Jahre älteren Athleten nicht zu verstecken, schließlich ließ er zwölf Starter hinter sich.

Tim Nowak war nach dem Wettkampf voller Euphorie: „Es war ein super Erlebnis!“ sagte er. „Der Wettkampf war einfach nur Hammer. Ich habe mich richtig gut mit allen Mehrkämpfern verstanden, wir sind in den zwei Tagen eine richtige Gemeinschaft geworden.“

Felix Franz über 400 Meter Hürden im Semifinale

Vorlauf-Dritter in 51,78 Sekunden, direkt im Halbfinale, aber ganz und gar unzufrieden. Felix Franz (LG Neckar Enz) fand für seinen Auftritt deutliche Wort: „Das war ein richtiger Scheiß-Lauf!“ sagte er. Wie schon bei der Junioren-Gala in Mannheim, bei der er in Führung liegend gestürzt war, haperte es auch in Barcelona beim Wechsel des Schwungbeins an der achten Hürde. Auch auf der Zielgerade ging es unrhythmisch weiter. „Langsam“ lautete so der Kommentar zu seiner Zeit, schließlich war er mit 50,48 Sekunden als schnellster U20-Athlet angereist.

Mutiger Lauf von Christine Gess im Semifinale

Auch die zweite Deutsche im Halbfinale, die Balingerin Christine Gess, präsentierte sich gut. Als Vierte ging sie auf die Zielgerade, dann schwanden ihr die Kräfte, sodass sie noch zwei Athletinnen ziehen lassen musste. Für den Finaleinzug reichte das nicht, doch sie durfte sich über eine neue Bestleistung von 2:04,58 Minuten freuen. „Ich wusste, dass es brutal schwer werden würde ins Finale zu kommen“, sagte sie. „Das Rennen war gut bis zu 700 Metern, auf den letzten 100 Metern verkrampfte ich immer. Aber ich bin happy, dass ich im Vergleich zum Vorlauf noch einen drauflegen konnte.“

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Christine Gess von der TSG Balingen lief im 800 Meter-Semifinale persönliche Bestzeit

Quelle: www.leichtathletik.de | Silke Bernhart


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