Sabrina Mockenhaupt und Philipp Pflieger kommen als Favoriten nach Nagold

Für die deutschen Meisterschaften im Straßenlauf über 10 Kilometer am kommenden Sonntag (16. September) in Nagold haben 546 Wettkämpfer aus 16 Landesverbänden gemeldet. Mit 164 Läuferinnen und Läufer stellt der gastgebende Württembergische Verband die meisten Teilnehmer, davon kommen 38 aus dem Kreis Calw.

Beim Hauptlauf der Männer, Junioren und Senioren bis 49 Jahre um 12.00 Uhr kämpfen 240 Aktive um den Meistertitel. Nachdem der Vorjahressieger Christian Glatting (29:28 bei großer Hitze in Oelde) seine Laufbahn inzwischen lei-der beendet hat, dürfte Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) Topfavorit Nummer eins sein. Der junge Läufer mit württembergischen (TSV Hildrizhausen) Wurzeln gewann im Mai den Titel über 10.000 Meter auf der Bahn mit einer sensationellen Steigerung auf 28:45,76 Minuten.

Zu den härtesten Konkurrenten zählt Musa Roba-Kinkal (TV Gelnhausen) der amtierende deutsche Crossmeister, der 2005 vor dem Bürgerkrieg aus Äthiopien flüchten musste und schon in der Jugendklasse in Deutschland zur nationalen Elite zählte. Nicht zu unterschätzen ist Sören Kah (LG Lahn-Aar-Esterau), der bisher schnellste deutsche Marathonläufer (2:14:25) und Vorjahressechste (29:45). An einem guten Tag könnte Altmeister Sebastian Hallmann (LG Stadtwerke München), ehemaliger Teilnehmer bei der Cross-Weltmeisterschaft und mehrfacher deutscher Meister, ebenfalls ein Wörtchen mitreden.

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Mit Spannung darf auf das Abschneiden von Homiyu Tesfaye (LG Eintracht Frankfurt) geschaut werden. Der 19jährige Läufer, 2010 aus Äthiopien nach Hessen gekommen, hat in seinen jungen Jahren eine einmalige Leistungsbreite von 800 m (1:51) bis Halbmarathon (1:07) aufzuweisen. Der Juniorentitel könnte ihm eventuell von Michael Schramm (LAV Stadtwerke Tübingen) streitig gemacht werden. Der Vorjahresneunte (30:06) zählt neben seinem Teamkameraden Markus Weiß-Latzko (30:10) und dem vierfachen Weltmeisterschaftsteilnehmer Martin Beckmann von der LG Leinfelden Echterdingen (29:55) zu den heißen Eisen der Württemberger.

Im Rennen der Frauen und Seniorinnen starten um 10.45 voraussichtlich 175 Sportlerinnen. Auf dem Weg zur Halbmarathonweltmeisterschaft wird Titelverteidigerin Sabrina Mockenhaupt von der LG Sieg (32:14 im Vorjahr) nicht zu schlagen sein. Die viermalige Olympiateilnehmerin (London 31:50) ist für die Läuferszene ein absolutes Vorbild. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten (männlich wie weiblich) ist sie sich nicht zu schade, bei nationalen Titelkämpfen auf Straße, Bahn und im Gelände Präsenz zu zeigen.

Um die Plätze hinter Mockenhaupt streiten sich die deutsche Juniorenmeisterin über 10.000 m, Maren Kock (33:29) von der LG Telis Finanz Regensburg, ihre Mannschaftskameradinnen Jana Janine Soethout (33:57) und Corinna Harrer (33:13). Die 1.500 Meter Spezialistin hat bei den Spielen in London den Enlauf nur um 23 hunderstel Sekunden verpasst und hat mit 21 Jahren schon 17 deutsche Meisterschaften und im Jugend- und Juniorenbereich schon 4 Silber- und 3 Bronzemedaillen bei Europameisterschaften errungen. Lisa Hahner (33:38) vom Team Run2sky geht ebenso aussichtsreich ins Rennen, dagegen vermisst man ihre Zwillingsschwester Anna, die die Olympianorm im Marathon nur um lächerliche 14 Sekunden verpasst hatte.

Unter den Top Ten zu erwarten sind die Siegerin der Halbmarathonmeisterschaft 2010 in Bad Liebenzell, Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München), die deutsche Marathonmeisterin 2011, Steffi Volke (LG Telis Finanz Regensburg), Katharina Heinig (LG Eintracht Frankfurt), die Vorjahressechste Silke Optekamp (34:56) vom PSV Grün-Weiß Kassel und Julia Viellehner (TSV Altenmark). Mit der Vorjahreszehnten Friedericke Kallenberg (35:01) von der LV Pliezhausen 2012 und Sabine Österle (35:33) haben die Württemberger zei heiße Eisen im Feuer.

Bericht: Günter Krehl

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