Jubiläums-Nikolauslehrgang mit Prominenz und viel Anerkennung

Kann man einen Spannungsbogen zwischen der Kinderleichtathletik und dem Jugendtraining bis hin zu einem möglichen Olympiasieg spannen? Dies war die zentrale Frage beim 40. Nikolauslehrgang in der Gmünder Großsporthalle. Versierte Fachreferenten bis hin zum Speerwurf-Olympiasieger Klaus Wolfermann haben diese Frage anhand von Referaten und Praxisbeispielen am Samstag beantwortet.

Mit hoher Motivation haben die Fachreferenten Werner Daniels, der Baden- Württembergische Teamleiter im Speerwurf und Trainer der Spitzenathletin Christina Obergföll, Peter Esenwein, WLV-Stützpunkttrainer, Olympia- und EM-Teilnehmer im Speerwurf und Carl-Michael Bundschuh, Institut für Soziale Berufe, Motorikzentrum St. Loreto, sowie Jutta Bryxi, Christian Weber und Fred Eberle, vom WLV Lehrteam, Lehrgrundsätze zur Bewegungsförderung von Kindern im Vorschulalter bis zum Hochleistungstraining vorgestellt.

Kinder wollen, sollen und müssen sich bewegen, so lautete der Tenor, denn Bewegen hilft Motorik auszubilden, Wahrnehmungsfähigkeit zu entwickeln, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entfalten. Auch lernen Kinder im Sport soziale Fähigkeiten zu erproben und anzuwenden. Die für die praktische und methodische Umsetzung hinterlegten Grundsätze sind einfach, eigentlich logisch und man kann hinterfragen, warum sie bei immer weniger Kindern, oder besser gesagt bei den Eltern, Anklang finden. Hier sind sicher auch Schulen als Kooperationspartner zu den Vereinen, mit den Eltern gefragt, denn Kinder haben Geist, man kann sie leicht begeistern. Kinder haben Fantasie, sie sind fantastisch. Oder Kinder wollen nachforschen, man sollte sie unbedingt forschen lassen.

Als Zwischenruf zum Thema "Kinder lernen Leichtathletik" wurde die kindliche Entwicklung vom Sitzen über das Krabbeln, Stehen und Laufen beleuchtet. Kinder brauchen Bewegung nicht nur für die körperliche Entwicklung, sondern auch für ihre geistigen, emotionalen und soziale Fähigkeiten. An praktischen Beispielen wurde mit Kindergartenkindern das Rollen, Werfen und Fangen demonstriert und die Kinder hatten sichtlichen Spaß als Hauptakteure vor 200 gespannten, neugierigen und interessierten Lehrgangsteilnehmerinnen und Teilnehmern.

Wie es vom Kindesalter weitergehen kann, zeigte der nächste Ausbildungsschritt vom beidseitigen Werfen zum Schlagwurf, die Weiterentwicklung der Wurftechniken im Schüleralter. Eine Schülergruppe des Ostalbteam Leichtathletik zeigte in altersgerechten Spiel- und Übungsformen eine alters- und entwicklungsgemäße Wurfschulung. Über ein weiteres Fachreferat ging es dann speziell zum Speerwurf. Mitglieder des WLV-Stützpunkts, Jugendliche und Junioren aus dem Verein zeigten in der Praxisdemonstration die Schlüsselelemente der Technikschulung im Speerwurf.

In einem Fachinterview mit Klaus Wolfermann fand die Entwicklungsreihe "Speerwurf" einen besonderen Höhepunkt. Den Referaten und Praxisvorführungen folgte dann eine Praxiseinheit. Gemeinsam mit den Lehrgangsteilnehmerinnen und Teilnehmern wurden wichtige Stationen in einer Kräftigungseinheit und in einem Stabilisierungsprogramm erarbeitet. Eine Diskussion und Zusammenfassung des Tages rundete und schloss die vierzigste Veranstaltung der Nikolaus-Lehrgangsreihe ab.

Bevor der Lehrgang endete, meldete sich Jürgen Scholz, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbandes (WLV) zu Wort. Jürgen Scholz bedankte sich bei Fred Eberle für einen tollen, besonderen Lehrgang, für interessante und spannende 40 Jahre Nikolauslehrgang. Er bezeugte Fred Eberle und seinem Team tiefen Respekt für das in den vergangenen vier Jahrzehnten geleistete und lobte die vielen Ideen, die jeweils in die Lehrgänge eingeflossen sind.

Mit freundlicher Genehmigung: Alfred Pradel / Rems-Zeitung

Ein Interview mit Speerwurf-Olympiasieger Klaus Wolfermann lesen sie in der Ausgabe 24-2012 von WLV VOR ORT.

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