Kreistag Ulm-Alb-Donau: Stagnation auf hohem Niveau

ULM – „Net gschimpft, isch gnuag globet“ lautet der schwäbische Spruch, der gern bemüht wird, um vergessene Anerkennung oder gar offenes Desinteresse an allem, was über den eigenen Stadionzaun hinausgeht, zu verbrämen. Wenn’s allein danach ginge, hätten die Mitglieder des Kreisausschusses beim Kreistag in Ulm kollektiv ihre Ämter niederlegen können. Gerade mal zwei Vereinsvertreter, die nicht sowieso im Ausschuss tätig sind, hatten den Weg nach Ulm gefunden. Verhindert waren auch Vertreter des Sportkreises, der Stadt und des WLV. Das Beste an der Veranstaltung: Alle 13 Mitarbeiter machen weiter, so dass weiterhin alle Ämter besetzt werden können.

Im Kreis geht was

Mit 6.686 Mitgliedern in 53 Vereinen weist die Kreisleichtathletik sogar ein leichtes Wachstum auf, konnte der Vorsitzende Heinz Dorsch berichten. Das geht aber hauptsächlich auf das Konto des neuen ASC Ulm/ Neu-Ulm, der Ausrichter der populären Ulmer Laufveranstaltungen und jetzt auch Heimat der Laufinteressierten ist. Ein Wachstum, das Breitensportwart Alois Kloker für die „normalen“ Breitensportveranstaltungen nicht finden konnte. Auch die Bereitschaft, Ausbildungen zu machen und Verantwortung im Verein zu übernehmen, gehe zurück. Wieviel im Kreis tatsächlich läuft, davon konnte Sport- und Wettkampfwartin Elle Freudenberger berichten: Neben den zahlreichen Laufveranstaltungen, den Schülerliga-Wettkämpfen und diversen Vereinsveranstaltungen fanden allein 17 Wettkampftage im Ulmer Donaustadion oder in der Messehalle statt! Highlight 2012 war das internationale Mehrkampfmeeting vor Pfingsten, das auch 2013 wieder stattfinden soll. Dort werden auch die Ulmer Aushängeschilder Mathias Brugger, EM-Teilnehmer 2012, und Arthur Abele wieder für mächtig Stimmung sorgen. Mit dem seit Anfang März hauptsächlich in Ulm verorteten Landestrainer Mehrkampf, Christopher Hallmann, hat der Standort Ulm ein weiteres Mosaiksteinchen in der optimalen Betreuung seiner Athleten gesetzt bekommen.

Weniger Schüler, „überaltertes“ Kampfgericht

Der Höhepunkt dieses Jahres werden aber sicher die deutschen Meisterschaften am 6. und 7. Juli sein, bei denen man auf ein volles Haus hofft und zahlreiche Helfer brauchen wird. Dass mit einem „harmonischen Team“ von Kampfrichtern aller Kreisvereine diese Menge und Qualität an Veranstaltungen gestemmt werden kann, darauf ist Kampfrichter-Chefin Margot Clement besonders stolz. Sie verhehlte aber nicht ihre Sorge, dass auch die Kampfrichterschaft überaltert, weil von den vielen jungen Anfängern kaum jemand vorort bleibt. Neben der Ausbildung von Athleten sollen deshalb vor allem immer wieder deren Eltern umworben werden, die ein lebhaftes Interesse daran haben sollten, dass ihre Kinder Wettkämpfe unter regulären Bedingungen bestreiten können. Schülerwartin Marion Piekenbrink berichtete schließlich von der Kreis-Schülerliga, die schon seit Jahren Modell für die aktuellen Bemühungen in der DLV-Kinderleichtathletik ist. Man hat in die Wettkampftage der beiden Ligen zahlreiche Disziplinen aus dem neuen Wettkampfkanon aufgenommen – mit positiven, durchaus aber auch ablehnenden Reaktionen. Für weitere zwei Jahre wurden neben den schon genannten Mitarbeitern auch Franz Grimm (Kasse), Ursel Loritz und Manfred Bott (Kassenprüfung), Helmut Link (EDV), Siegfried Fieder (Statistik), Brigitte Hanses (Lehre) und Ernst Loritz (Sporttechnik) gewählt. In ehrendem Gedenken werden die Ausschussmitglieder den 2012 verstorbenen langjährigen Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Kurt Freudenberger bewahren.

Christian Hummel

WLV Nikolauslehrgang 2017

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