WLV-Schulung „Kinder sind laufend unterwegs“ in Münsingen - unter dem Motto "Koordination vor Kondition"

Fred Eberle, Vizepräsident und Lehrwart beim Württembergischen Leichtathletik-Verband zählt zu den Experten auf dem Gebiet der Kinderleichtathletik. Das Ausbildungsprogramm „Kinder sind laufend unterwegs“, wurde durch ihn und einige Mitstreiter entwickelt. Ein vom WLV konzipiertes und von der AOK Baden Württemberg gefördertes Lehrprogramm, welches für Lehrer, Übungsleiter und Eltern als wichtige Hilfestellung dienen kann, wenn es darum geht, Kinder innerhalb von acht Wochen abwechslungsreich und variabel an das ausdauernde Laufen heranzuführen.

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So, dass sich die Kinder fit für einen Schülerlauf fühlen und darüber hinaus weiterhin den Spaß an der laufenden Bewegung behalten. Sei´s in der Leichtathletik, im Fußball oder einer anderen Sportart und Freizeitbeschäftigung. „Kindgerechtes Lauftraining beginnt nicht mit der Ausdauer, sondern mit der Koordination, Koordination vor Kondition“, stellt Eberle klar. Ganz gezielt, will auch die Leichtathletikabteilung der TSG Münsingen, Kinder der Region auf den 5. Run in die Ferien, der am 24. Juli in der Münsinger Innenstadt über die Bühne läuft, vorbereiten. Einer der Gründe, weshalb die Abteilung sich gerne als Ausrichter der WLV-Fortbildungsveranstaltung zur Verfügung stellte. Oberste Maxime bei dem Ausdauertrainingsprogramm ist nicht, die Kinder zu ihren Höchstleistungen heranzuführen, sondern den Spieltrieb der Kinder zu beachten. Eberle spricht bei Kindern nicht gerne von Talenten. Vielmehr gehe es in der Kinderleichtathletik darum, bestimmten Neigungen und Anlagen, die bei jedem Kind vorhanden wären, zu erkennen und zu fördern.

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Nicht durch knallhartes Training oder stures Rundenlaufen, sondern mit reizvollen Spiel- und Übungsformen. Zum leistungsorientierten Training sollten sich Kinder und Jugendliche erst während oder nach der Pubertät entscheiden. „Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und eine gewisse Bewegungslust. Weil Bewegung jedoch im Alltag nicht mehr ausreichend gegeben ist, brauchen die Schulen und die Vereine einen gewissen Impuls zum Laufen und zur Bewegung“, so Eberle der weiter einräumt, dass dieser Impuls nicht ständig der gleiche sein darf, der Impuls sollte methodisch verarbeitet sein. Eberle kennt unendlich viele Möglichkeiten, das Kind zum Laufen zu bringen.

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Zahlreiche Möglichkeiten, vom Boxenstopp über den Reißverschlusslauf bis hin zu den lebendigen Slalomstangen, demonstrierte er mit seinen Kolleginnen Jutta Bryxi und Anne Grimm im gut zweistündigen Aktivteil der Fortbildung. Zwei Stunden in denen die über 30 Fortbildungsteilnehmer aus zahlreichen Vereinen richtig ins Schwitzen kamen und nebenbei spielerisch unter Beweis stellten, dass sie allesamt problemlos rückwärts laufen können. Dass das sichere Rückwärtslaufen heutzutage bei Kindern nicht mehr selbstverständlich ist, hätte unter anderem eine Untersuchung des Sportwissenschaftlers Prof. Dr. Klaus Bös gezeigt, führt Eberle in seinem Referat aus und ist sich sicher, „körperliche Bewegung ist die Basis des Denkens“. Denken mussten die Teilnehmer auch bei dem Wortspiel von Eberle, womit er die Teilnehmer zum „Komiker“ ausbildete. Bei einem Übungsleiter stünde das K für die Kompetenz, das O für Organisation, das M für Mittel und Methoden im Trainingsbetrieb, das I für die Inhalte, die klar definiert sein sollten, das K für Kooperation, das E für die erzieherische Aufgabe und das R für den äußersten Respekt vor den Kindern. Eberle ist sich sicher, „der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt“.

WLV Team-Lauf-Cup 2017

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