Felix Hepperle wird Deutscher Meister im Zehnkampf

Bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Kienbaum setzte sich Felix Hepperle durch und schnappte sich den Deutschen Meistertitel. In Abwesenheit der drei Olympiafahrer zeigte sich der Bönnigheimer als beständigster Zehnkämpfer. Mit 7441 Punkten hatte er am Ende einen klaren Vorsprung auf den Zweitplatzierten. Doch ganz so eindeutig war der Erfolg nicht. Denn in Mathias Brugger (SSV Ulm 1846) lag lange ein starker Konkurrent in Führung, der aber beim Stabhochsprung bei seiner Einstiegshöhe von 4,80m keinen gültigen Versuch zustande brachte. Brugger landete am Ende auf Platz 4 mit 7.114 Punkten. Die Gunst der Stunde nutzte Felix Hepperle eindrücklich, der sich nach der sehr kurzen Erholungspause vom Zehnkampf mit der Nationalmannschaft beim Thorpe-Cup schon wieder recht gut erholt zeigte.

Foto Hepperle
Felix Hepperle (LG Neckar-Enz) jubelt als neuer Deutscher Meister im Zehnkampf (Foto: Iris Hensel).

Begonnen hatte der Mann im roten Dress der LG Neckar-Enz mit 11,15 Sekunden nach einem etwas schwachen Start über 100 Meter. Böige Winde machten den Weitsprung wieder zu einer Zitterpartie. Beim einzig gültigen Versuch setzte sich Felix Hepperle als bester Springer mit 7,08 Meter in Szene. Das Kugelstoßen beendete er mit 12,29 Meter. Während diese Leistung noch in Ordnung war, haderte er mit dem anschließenden Hochsprung, bei dem er nicht über 1,85 Meter hinauskam. Jedoch zeigte er anschließend echte Mehrkampfqualitäten und schüttelte diese Enttäuschung schnell ab. Über 400 Meter war er nach einem harten Zweikampf mit Mathias Brugger am Ende Schnellster in 48,63 Sekunden, womit er ganz dicht an seine persönliche Bestzeit heranreichte.
Am Sonntag behinderte der Gegenwind auf der 110 Meter Hürdenstrecke. Felix Hepperle lief hier 15,43 Sekunden. Danach folgten solide 37,17 Meter mit dem Diskus. Der lang dauernde Stabhochsprung stellte sich für viele nicht gerade als leistungsfördernd heraus. Auch Felix Hepperle blieb mit 4,80 Meter unter seinen Möglichkeiten und konnte dennoch hier den entscheidenden Schritt zur Deutschen Meisterschaft machen. Diese Aussicht sorgte noch einmal für einen Schub in den letzten zwei Disziplinen. Mit 52,27 Meter warf er den Speer beinahe zu einer Bestweite. Den 1500 Meterlauf beendete er standesgemäß mit einem energischen Antritt als Sieger in flotten 4:32,74 Minuten. Mit einer Saisonbestleistung von 7441 Punkten stand Felix Hepperle dann ganz oben auf dem Treppchen und feierte mit dem Deutschen Meistertitel den größten Erfolg seiner Karriere.

Luca Dieckmann mit Bronze

Im Zehnkampf der männlichen U20 waren mit Luca Dieckmann (Spvgg Renningen), Maximilian Vollmer (SSV Ulm 1846) und Niklas Kretschmer (LG Steinlach) aussichtsreiche Medaillenkandidaten am Start. Nachdem Maximilian Vollmer an Tag 1 noch in Schlagdistanz zu den Medaillenrängen war, misslang auch ihm – wie auch Vereinskamerad Mathias Brugger – der Stabhochsprung mit einem „Salto Nullo“, sodass ihm am Ende nur Platz 12 blieb. Besser lief es für Luca Dieckmann, der sich am Ende mit 7.086 Punkten die Bronzemedaille sicherte. Besonders die Bestleistungen über 400m (49,21s), 1500m (4:35,38Min) und im Stabhochsprung (4,10m) verhalfen ihm zu diesem Platz auf dem Podest.

Foto Dieckmann
Luca Dieckmann (Spvgg Renningen) sicher sich die Bronzemedaille in der U20.

Dahinter sicherte sich Niklas Kretschmer den vierte Platz. Eine Medaille gab es für Kretschmer dennoch, da er mit seiner Mannschaft der LG Steinlach zusammen mit Niklas Ebinger und Tom Herter 17.617Punkte sammelte und es am Ende der zwei anstrengenden Wettkampftagen für die Bronzemedaille reichte.
Eine weitere Mannschaftsmedaille erreichte die Männermannschaft der LG Region Karlsruhe mit Nils Kruse, Ex-Sindelfinger Manuel Retzbach und Stefan Kohler, die mit 20.184Punkten die Bronzemedaille gewannen. Auf Platz vier landete die Mannschaft der LG Leinfelden-Echterdingen mit Tobias Kaiser, Yannick Brümmer und Dominik Comi (16.323 Punkte).

Sophie Hamann wird Deutsche Vizemeisterin

Ebenfalls nur zwei Wochen nach ihrer Siebenkampfbestleistung beim Thorpe-Cup in den USA gewann Sophie Hamann (TuS Metzingen) in Kienbaum bei Berlin mit einer erneuten Steigerung ihrer Bestleistung die Silbermedaille im Siebenkampf der Juniorinnen. Dass die 100m-Hürden derzeit zu ihrer Paradedisziplin gehören bewies die 20-Jährige gleich zum Auftakt der Meisterschaften. Mit 13,70 Sekunden verbesserte Sophie Hamann ihre erst zwei Wochen alte Bestmarke aus den USA und lief in einem hart umkämpften Kopf-an-Kopf-Rennen nur zwei hundertstel Sekunden hinter ihrer schärfsten Konkurrentin Caroline Klein (13,68 sec./TSV Bayer04 Leverkusen) ins Ziel. Im Hochsprung blieb Sophie Hamann mit übersprungenen 1,75 Meter nur einen Zentimeter unter ihrer Bestleistung und war auch hier gemeinsam mit Caroline Klein beste U23-Hochspringerin. Mit 10,49 Meter konnte Sophie Hamann auch in der dritten Disziplin, dem Kugelstoßen, eine neue Bestmarke erzielen. Im abschließenden 200m-Lauf des ersten Tages rechnete TuS-Trainer Uwe Euchner mit einer neuen Bestleistung seiner Siebenkämpferin, doch da machte der TuS`lerin der heftige Gegenwind von 1,7 Meter pro Sekunde einen Strich durch die Rechnung und so standen am Ende aber trotzdem gute 25,09 Sekunden zu Buche. Der zweite Tag des Siebenkampfes begann für die 20-jährige Tübingerin mit guten 5,82 Meter im Weitsprung und der zweitbesten Weite hinter der Führenden Caroline Klein (6,07 m) aus Leverkusen. In der vorletzten Disziplin, dem Speerwurf, erzielte Sophie Hamann 35,59 Meter und sicherte sich damit bereits die Silbermedaille, da Caroline Klein vor dem abschließenden 800m-Lauf mit über 300 Punkten Vorsprung in Führung lag und diesen Vorsprung konnte Sophie Hamann auch als exzellente 800m-Meterläuferin nicht mehr aufholen. Mit abschließenden 2:18,52 Minuten war Sophie Hamann mit Abstand die beste 800m-Läuferin aller Siebenkämpferinnen, die 20-Jährige war mit ihrer Zeit allerdings überhaupt nicht zufrieden:"60 Meter nach dem Start habe ich einen stechenden Schmerz im linken Fuß gespürt und konnte diesen dann nicht mehr richtig aufsetzen und abrollen."

Foto Hamann
Sophie Hamann gewinnt am Ende einer langen aber erfolgreichen Saison Silber (Foto: Silke Euchner).

Mit 5600 Punkten gewann Sophie Hamann in ihrem ersten Jahr bei den Juniorinnen hinter Caroline Klein (5842 Pkt./TSV Bayer04 Leverkusen) und vor Anna-Lena Obermaier (5504 Pkt./LG Sempt) die Silbermedaille, zudem erfüllte die TuS`lerin mit ihrer Punktzahl auf den Punkt genau die erhoffte B-Kadernorm für den deutschen Leichtathletikverband. "Sophie hat nach einem holprigen Saisonbeginn und überstandenem Pfeifferschen Drüsenfieber noch eine sensationelle Saison abgeliefert und konnte in allen drei Siebenkämpfen in dieser Saison ihre Bestmarke stetig steigern. Jetzt machen wir erst einmal vier Wochen Pause und dann gehen wir im Winter verstärkt an Sophies Schwächen, die Wurfdisziplinen, denn da verliert sie im Moment zu viele Punkte", so TuS-Trainer Uwe Euchner über seien talentierte Mehrkämpferin.

Im Siebenkampf der Frauen gewann eine ehemalige WLV-Athletin die Goldmedaille. Mareike Arndt, die ehemals für die LG Filstal startete (inzwischen TSV Bayer 04 Leverkusen), sammelte beachtliche 5.765Punkte und gewann zudem auch Gold mit der Frauen-Mannschaft des TSV Bayer 04 Leverkusen. Den 6. Platz erreichte Jana Schubert von der LG Filder mit 4.953 Punkten und Kristin Albert von der LG Hohenlohe wurde mit 4.919 Punkten Achte.

Kerstin Steinle von der SG Dettingen-Donau erzielte im Siebenkampf der weiblichen Jugend U20 4.690 Punkte und landete am Ende auf Platz 5 von insgesamt 18 Teilnehmerinnen, die im Bundesleistungszentrum Kienbaum am Start waren.

Quelle: www.lg-neckar-enz.de, www.tus-metzingen-la.de

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