EM Tag 6: Nächste Medaille für Team Baden-Württemberg

  16.08.2026    WLV Top-News WLV Wettkampf BLV Top-News BLV BLV-Wettkampf BW-Leichtathletik Top-Events Top-News BW-Leichtathletik Wettkampfsport Leistungssport
Am vorletzten Tag der EM in Birmingham hat Nick Thumm vom VfB Stuttgart 1893 im Speerwurf überraschend die Silbermedaille geholt. Vor dem letzten Versuch lag der 21-Jährige sogar kurz in Führung. Im Weitsprung machte es Titelverteidigerin Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) spannend, zog dann aber doch mit starker Weite ins Finale ein.

Speerwurf Finale: Thumm gewinnt sensationell Silber

Im Speerwurf sorgte der erst 21-jährige Nick Thumm (VfB Stuttgart 1893) für eine Sensation. Nach einem soliden Auftakt und 81,10 Metern, konnte er sich zweimal nicht verbessern. Im vierten Versuch gelangen ihm dann starke 82,59 Meter, womit sich der jüngste Werfer im Feld schon auf einen guten vierten Platz verbesserte. Im nächsten Wurf dann die Explosion: 83,76 Meter bedeuteten nicht nur neue persönliche Bestleistung, sondern auch die Führung vor Teamkollege Julian Weber.

Im sechsten und letzten Durchgang konnte zunächst kein Werfer an ihm vorbeiziehen, die Silbermedaille war sicher. Doch Julian Weber stellte seine Klasse unter Beweis und beförderte den Speer auf 90,40 Meter. Im letzten Versuch brach Thumm den Anlauf ab und machte den Wurf ungültig. Am Ende stand bei seinem EM-Debüt die Silbermedaille.

Weitsprung Qualifikation: Mihambo und Assani machen es spannend

Die beiden Trainingspartnerinnen hatten in der Weitsprung-Qualifikation bei starkem Rückenwind mit Anlaufproblemen zu kämpfen. Mikaelle Assani (Karlsruher SC) sprang nach einem knapp ungültigen Versuch zum Auftakt auf gute 6,52 Meter. Damit lag sie aber nicht unter den besten zwölf Springerinnen und war im dritten und letzten Versuch unter Druck. In den letzten Schritten vor dem Brett blieb die Karlsruherin aber hängen, kam nicht sauber zum Absprung und landete bei 6,12 Metern. Der Traum vom EM-Finale in ihrer Comeback-Saison war damit geplatzt.

Auch Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) machte es lange spannend. Im ersten Versuch kam sie überhaupt nicht zum Brett hin, zog die letzten Schritte in die Länge und kam nicht ins Fliegen. 6,37 Meter standen zum Start. Die Anlaufprobleme setzten sich im zweiten Sprung fort, die Titelverteidigerin übertrat deutlich. In ihrem dritten Versuch stellte Malaika Mihambo dann einmal mehr ihre Nervenstärke unter Beweis. Sie behielt die Nerven und sprang bei über 3 Metern pro Sekunde Rückendwind auf 7,10 Meter. Als Beste der Qualifikation qualifizierte sie sich so doch noch für das Finale und ist einmal mehr die große Favoritin auf Gold.

Mikaelle Assani (Karlsruher SC): 
„Es ist so ein Geschenk, hier zu stehen. Nach dem letzten Jahr kann ich das teilweise selbst gar nicht glauben. Aber ich muss auch sagen, dass ich ein bisschen traurig bin. Ich habe so hart dafür gearbeitet und merke, dass ich langsam wieder an meine alte Leistung rankomme. Ich hätte mich auch auf jeden Fall im Finale gesehen. Es sind gemischte Gefühle, aber ich kann super stolz auf mich sein, dass ich mich wieder so zurückgekämpft habe. Jetzt gilt es, bei den nächsten Meisterschaften wieder anzugreifen.“

Malaika Mihambo (LG Kurpfalz): 
„Ich habe nach dem ersten Sprung noch mal einen Schalter umgelegt. Im zweiten hat dann der Anlauf nicht mehr gepasst, deswegen musste ich im dritten einen Meter zurückgehen. Da hieß es dann: Genauso mutig und stark anlaufen wie vorher auch. Und einen gültigen Sprung machen, der auch weit genug ist. Das ist mir zum Glück gelungen. Ich weiß, dass mir Drucksituationen helfen, mich noch besser zu fokussieren. Das ist wie ein Weckruf, den man manchmal braucht. Jetzt mal schauen, wie es morgen ist. Da ist das Wetter wahrscheinlich wieder kühler. Meine drei Meter Rückenwind wird es wahrscheinlich morgen nicht geben. Das ist schon ein bisschen heftig. Ich versuche, im Finale einfach mein Bestes zu geben, noch konzentrierter an den Start zu gehen und vom ersten Wettkampfsprung an in den Anlauf reinzukommen, den wir jetzt bei den letzten zwei Sprüngen gemacht haben. Und dann bin ich sehr zuversichtlich.“

Siebenkampf Tag 2: Berg- und Talfahrt von Sandrina Sprengel setzt sich fort

Nach einem schwierigen Auftakt in den Siebenkampf hat sich Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart) wieder zurückgekämpft und schon am Freitagabend wieder gute Ergebnisse eingefahren. Das setzte sich am Samstagmorgen fort. Beim Weitsprung wurden 6,20 Meter gemessen. Damit sprang sie nahe an ihre Saisonbestleistung von 6,28 heran.

Mit ihrem Resultat im Speerwurf war Sandrina Sprengel dann weniger zufrieden. Nach ihrem ersten Versuch auf 40,22 Meter fasste sie sich an den Arm, absolvierte die verbliebenen zwei Würfe aber dennoch. Nach einem ungültigen Versuch verbesserte sie sich im dritten Versuch noch auf 40,84 Meter. Damit blieb sie allerdings deutlich unter ihrer Saisonbestleistung von 47,75 Meter.

Über die abschließenden 800 Meter stellte Sandrina Sprengel ihren Kampfgeist noch einmal unter Beweis. Im ersten von zwei Läufen hängte sie sich in der Mitte des Feldes an die Fersen von Teamkollegin Vanessa Grimm. Auf der Zielgerade musste sie dann etwas abreißen lassen, kam aber in zufriedenstellenden 2:17,41 Minuten ins Ziel. Ihren wechselhaften EM-Siebenkampf beendete sie mit 6057 Punkten auf Platz 15.

Sandrina Sprengel (VfB Stuttgart 1893): 
„Ich kann den Wettkampf noch nicht wirklich in Worte fassen. Ich brauche noch ein bisschen Zeit, um das zu verarbeiten. Ich kann nicht wirklich behaupten, dass ich stolz auf mich sein kann, durchgezogen zu haben, auch wenn ich schon von der ein oder anderen Person gehört habe, dass sie stolz auf mich sind. Vielleicht hilft mir das auf meinem Weg, ein bisschen selbstbewusster mit mir umzugehen. Ich mache jetzt erst mal Offseason, versuche, dem Körper die Ruhe zu geben, die er braucht. Nächstes Jahr wird dann neu angegriffen, dann gucke ich, dass ich da weitermachen kann, wo ich letztes Jahr aufgehört habe."

4x100 Meter: Keine Einsätze für Mannheimer Duo

Die für die Staffeln nominierten Sina Kammerschmitt und Robin Ganter (beide MTG Mannheim) kamen im DLV-Quartett nicht zum Einsatz.

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Nele Neumann / wlv