Jacqueline Otchere springt EM-Norm
  28.09.2023 •     WLV , BLV , BLV-Wettkampf , BW-Leichtathletik , Wettkampfsport


Am Mittwoch, 27. September fand bei der MTG Mannheim im Michael-Hoffmann-Stadion ein Stabhochsprungmeeting statt, dessen Ergebnisse sich sehen lassen konnten. Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Region, aber auch aus Belgien, fanden den Weg zur MTG.

Die Lokalmatadorin und WM-Zehnte des vergangenen Jahres Jacqueline Otchere stieg nach dem Abschluss ihres Bachelor-Studiums in die Saison ein. Es war zwar ein ungewöhnlich später Zeitpunkt für den ersten Wettkampf der Saison, aber der hatte es in sich. Noch nie zuvor war Jacqueline mit einer derart guten Leistung in die Saison eingestiegen. 4,50 Meter nach über einem Jahr ohne Wettkampf können sich sehen lassen. Der Kopf nach der Abgabe der Bachelor-Arbeit scheint wieder frei für große Höhen zu sein. Otchere überquerte die Höhen 4,01, 4,16, 4,31, 4,41 und 4,50 Meter. Erst an 455 Meter scheiterte sie dreimal denkbar knapp. 4,50 Meter sind gleichbedeutend mit einer neuen deutschen Jahresbestleistung und der EM-Norm für die Europameisterschaften in Rom (Italien) im nächsten Jahr.

Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da Otchere nach Trainingsrückstand nur aus zehn Schritten Anlauf sprang. Zur Hallensaison sollen es dann sechs Schritte mehr werden, um auch die vorzeitige Olympia-Qualifikation anzugehen. Dafür verlangt der Leichtathletik-Weltverband 4,73 Meter. „Ich bin mehr als zufrieden und habe ehrlicherweise aus nur zehn Schritten auch nicht mit einem derart guten Einstieg in meine zugegeben kurze und späte Saison gerechnet. Dass ich damit noch an die Spitze der deutschen Bestenliste springen konnte überrascht mich“ sagte Otchere direkt nach dem Wettkampf lächelnd. Denn schon nächste Woche am Dienstag bei den offenen Vereinsmeisterschaften der MTG endet die Saison der von Stephan Munz trainierten Athletin. Sie wünscht sich „nochmal einige gute Sprünge“, die sie dann „mitnehmen“ kann in die Hallensaison. Die Motivation für weitere Steigerungen ist da.

Nach dem Springen der Frauen konnte an diesem Abend auch der Stabhochsprungnachwuchs der MTG glänzen. Die Stabhochsprungtalente aus der Trainingsgruppe von Kai Winnemann stellten einige neue Bestleistungen auf. So sprang die erst 11-jährige Ava Zoe Keilholz in ihrem ersten Wettkampf 2,20 Meter. Damit war sie vor Chelsea Omoigui die Beste ihrer Altersklasse. Auch die 12-jährige Milla Thomann wusste mit 1,90 Meter zu überzeugen und gewann ihre Altersklasse. Bei den 13-Jährigen setzte sich Mira Drißler durch, die nur knapp an 3,15 Meter scheiterte. Ihre Siegeshöhe an diesem Abend: 3,05 Meter. Damit bleibt der von ihr gehaltene badische Rekord zumindest noch bis Dienstag bei 3,12 Meter. Platz 2 und 4 in der W13 belegten ebenfalls mit persönlicher Bestleistung von 2,65 Meter Amily Winnewisser und Emma Gense. Winnemann war stolz auf die gezeigten Leistungen der Athletinnen und freut sich schon auf den Saisonabschluss nächste Woche an gleicher Stelle: „Es ist großartig, mit welchem Engagement und welcher Motivation die Kinder hier bei der MTG Stabhochsprung betreiben.“

Bei der männlichen U18 Jugend siegte Hannes Petry vom LAZ Mosbach/Elztal mit 4,10 Meter. Dies bedeutete eine Steigerung seiner persönlichen Bestleistung um 30 Zentimeter.

Insgesamt ein rundum gelungenes Meeting, welches bei bestem Spätsommerwetter viele strahlende Gesichter hervorbrachte.

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