Alle hören auf ihr Kommando
Stammbesucher von Leichtathletikveranstaltungen ist die Kampfrichterin bestens vertraut: Seit vielen Jahren ist Sara Rosch als Kampfrichterin im Startbereich bei regionalen, nationalen und auch internationalen Meetings und Meisterschaften präsent. Gefördert von Hans-Jürgen Hornen, Wilfried Fittko und Klaus Schneider begann ihre internationale Laufbahn 2009 mit einem Meilenstein: Als erste Frau gehörte sie bei den Weltmeisterschaften in Berlin zu einem WM-Starterteam.
„Ich bin niemand, der in der Vergangenheit lebt. Heute weiß ich – und damals haben wir es geahnt: in Berlin haben wir Geschichte geschrieben. Das waren Gänsehaut-Momente, die mich noch heute begeistern“, erinnert sie sich.
Für sie selbst war das mit Sicherheit ein erster wichtiger Karriereschritt in der Arbeit als Kampfrichterin, welche sie in den folgenden Jahren immer weiter professionalisierte.
Bei den Europameisterschaften 2018 in Berlin und 2022 München leitete Sara dann bereits jeweils das deutsche Team der Starter und startete selbst im Münchner Olympiastadion Gina Lückenkemper zu Gold über 100m. Spätestens bei der EM in Berlin wurde man auch international auf sie aufmerksam und seit 2021 gehört sie zum achtköpfigen Europäischen Starter Panel, wodurch sie auch im Ausland bei Europameisterschaften aktiv sein darf. Einsätze in Polen und der Türkei hatte sie auch hier schon – 2026 warten aber zwei ganz besondere Leckerbissen auf sie. In wenigen Wochen darf sie erneut nach Polen reisen und bei der Hallen WM in Torun das polnische Team unterstützen. „Die Anfrage erneut eine WM begleiten zu dürfen kam für mich überraschend – da musste ich nicht lange nachdenken und habe schnell zugesagt“, freut sich Sara. Nicht genug wartet im Sommer bei den Europameisterschaften in Birmingham das zweite Highlight. „Die Aktiven-EM in England – das wird großartig. Dort kenne ich inzwischen viele Kolleginnen und Kollegen. Besonders freue ich mich, dass mich erstmals mein zwölfjähriger Sohn zu einem solchen Wettkampf begleitet und wir hinterher noch ein paar Tage Urlaub machen“, schwärmt die 47jährige Lehrerin.
Tatsächlich als Starterin tritt Sara aktuell meist nur in ihrem Kreis, dem Badischen Landesverband oder nationalen Meetings auf. Bei deutschen Meisterschaften oder internationalen Meetings, wie zuletzt in Karlsruhe, ist sie fast immer Schiedsrichterin oder Koordinatorin im Startbereich. Gerade, wenn Liveübertragungen im Fernsehen sind, muss dabei alles minutiös durchgeführt werden. „Als Starterin bin ich die einzige Kampfrichterin, die direkten Einfluss auf die AthletInnen und deren Leistungen habe. Ziel ist es, die beste Startvorbereitung und den besten Start zu ermöglichen. Der Schuss ist der Schlusspunkt“ so Sara. „Wichtig ist das gegenseitige Vertrauen, der Respekt und eine klare Kommunikation. Das schätzen auch die Athleten.“
Sara Rosch ist schon viele Jahre Mitglied bei den FREUNDEN. Sie freut sich immer die Vielzahl von uns auf den Tribünen zu erspähen und nimmt sich auch immer gern Zeit für ein kleines Gespräch oder Regel-Erklärungen. „Besonders im Ausland ist es schön, die treuen Fans zu treffen, die die Athleten und irgendwie auch mich als Kampfrichterin unterstützen“, berichtet Sara, die den ein oder anderen von Euch vielleicht in Torun oder Birmingham sehen wird.