LG Neckar-Enz blickt auf 40 Jahre zurück

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LG-Vorsitzende Rose Müller und WLV-Präsident Jürgen Scholz umrahmen die geehrten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der LG Neckar-Enz (Foto: Fröhlich)


Mit einem Festakt hat die LG Neckar-Enz ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert. Gründungsmitglieder, Athleten und Trainer von damals und heute, Verbands-, Vereins- und Städtevertreter sowie Sponsoren stießen auf das "Geburtstagskind" an.

Der Bietigheimer Kleinkunstkeller ist beim Festakt der LG Neckar-Enz zu einem Ort der Nostalgie geworden. Trikots, Fahnen, Urkunden, Fotos und Zeitungsartikel aus den vergangenen vier Jahrzehnten zierten die Wände. Sportler und Trainer von früher und heute feierten gemeinsam mit Funktionären, Vereins- und Städtevertretern das 40-Jahre-Jubiläum der Leichtathletik-Gemeinschaft. "Ihr habt euch gerade in den letzten zehn, 15 Jahren super entwickelt und seid eine Hausmacht geworden. Ihr seid top - bleibt so und macht so weiter", sagte Jürgen Scholz, Präsident des Württembergischen Leichtathletik-Verbands und Ex-Sprinter des LG-Dauerrivalen Salamander Kornwestheim, bei seinem Grußwort.

Die LG-Vorsitzende Rose Müller hatte sich zuvor weit aus dem Fenster gelehnt und versprochen, dass jeder Gast an diesem Abend etwas erfahren würde, was er bisher über die LG und ihre Mitgliedsvereine Spvgg Besigheim, TSV Bietigheim, TSV Bönnigheim und VfL Gemmrigheim noch nicht gewusst habe - und sie behielt Recht.

Insbesondere der einstudierte Dialog mit Gründungsmitglied Gustav Bächler, in dem beide die Entwicklung von der Stunde null bis heute skizzierten, sorgte für viele Aha-Erlebnisse im Publikum. Die Gründe für den Zusammenschluss, die Herausforderungen der Anfangszeit, die ersten selbst ausgetragenen Meisterschaften, die Wettkampfpremiere im Ausland, die ersten Trainingslager, die Helden von einst und heute, die jeweilige Finanzierung - der lockere Schlagabtausch ließ kaum ein Thema aus.

Interessant waren die Anekdoten aus den alten Zeiten, die der langjährige Besigheimer Trainer Bächler zum Besten gab. Etwa, dass er bei Lehrgängen und Meisterschaften das auf die Sporttasche gedruckte Firmenlogo von "Sioux" - einem der ersten Sponsoren - überkleben musste, weil Werbung damals verpönt war. Oder dass seine Athleten bei der Anreise zum ersten internationalen Besuch nach Hull auf dem Schiff Magenprobleme bekamen und "auf der Nordsee die Fische fütterten", wie Bächler umschrieb. "Wir kamen zwar nicht gestärkt, sondern geschwächt in England an, haben aber dennoch gute Wettkämpfe absolviert", erzählte der 77-jährige frühere Lehrer.

Ein Überraschungsgeschenk hatte Bietigheim-Bissingens Oberbürgermeister Jürgen Kessing mitgebracht: eine große Landkarte mit zwei eingezeichneten Laufstrecken. Diese steht für eine Neuerung, die die Stadt in den nächsten Tagen für die Läufer umsetzt. Eine drei Kilometer lange Ellentalrunde und eine 18 Kilometer lang Enztalstrecke (hin und zurück) werden vermessen und mit Markierungen versehen, damit sich die Sportler beim Training, etwa für den Silvesterlauf, besser orientieren können.

Auch beim Bau einer Tribüne im Ellental-Stadion, einem weiteren lange gehegten Wunsch der Leichtathletik-Gemeinschaft, zeigte sich Kessing offen. "Das ist unser Manko. Sonst könnten wir durchaus mal eine deutsche Meisterschaft hier austragen", hatte Michael Joos, der als Moderator durch das Programm führte, schon im Vorfeld der Veranstaltung festgestellt. Bei Häppchen und nach vielen Fachgesprächen an den Stehtischen klang der Festakt schließlich aus. Am 15. September wird aber bereits wieder weitergefeiert. Dann findet im Ellental ein großes LG-Fest statt.

Bericht mit freundlicher Genehmigung der Bietigheimer Zeitung; Redaktion: Andreas Eberle
 
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